Schlagwort: Nierenversagen

Wissenswertes zum Thema Akutes Nierenversagen

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Akutes Nierenversagen oder Niereninsuffizienz gilt als ein lebensgefährlicher Notfall, der eine schnellstmögliche Behandlung erfordert. Hier kann man nachlesen, welche Beschwerden auf eine Niereninsuffizienz hindeuten. Zudem erfährt man alles Nötige über Diagnose und Behandlung von akutem Nierenversagen.

Symptome

Bei Nierenversagen sind die Symptome unterschiedlich. In jedem Fall ist das Hauptsymptom jedoch die deutlich verringerte Urinmenge, welche ausgeschieden wird. Manches Mal ist überhaupt kein Wasserlassen mehr möglich. Aufgrund der sinkenden Harnproduktion nimmt die Überwässerung im Körper zu. Daraus folgen zum Beispiel Wasseransammlungen in der Lunge und in den Beinen. Des Weiteren können eine lebensgefährliche Übersäuerung und Elektrolytstörungen auftreten. Diese machen sich beispielsweise durch rasche Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Herzrhythmusstörungen bemerkbar. Wenn sich im Gehirn Flüssigkeit ansammelt, kann sich beim Patienten das Verhalten ändern. Psychische Auffälligkeiten wie Teilnahmslosigkeit, übermäßige Müdigkeit und Bewusstseinsstörungen deuten darauf hin.

Ursachen

Die Auslöser des akuten Nierenversagens werden von den Medizinern folgendermaßen unterteilt:

– Prärenales ANV: In höchstens 60 Prozent aller Fälle liegt die Ursache der Niereninsuffizienz vor der Niere. Oft ist dies eine plötzlich deutlich verringerte Durchblutung der Nieren, zum Beispiel durch einen Kreislaufschock bei Operationen oder Unfällen, aufgrund von Arzneimittel-Nebenwirkungen oder Blutgerinnsel in den entsprechenden Nierenarterien.
– Renales beziehungsweise intrarenales ANV: Hier liegt der Auslöser in der Niere. Ursachen sind geschädigte Nierenkanälchen aufgrund des lang dauernden Sauerstoffmangels, eine Schädigung durch Kontrastmittel oder Medikamente und selten aufgrund einer schweren Entzündung der Nierenfunktionskörperchen.
– Postrenales ANV: Eine Behinderung des Urinausflusses hinter der Niere verursacht diese Erkrankungsform. Das Abfließen des Urins behindert insbesondere Entzündungen, Tumore, Harnwegs-, Blasen-, Nierensteine oder eine vergrößerte Prostata.

Untersuchung

Zur Diagnose der akuten Niereninsuffizienz ist vom Arzt zunächst zu klären, ob der Patient unter einem akuten Nierenversagen oder einer chronischen Niereninsuffizienz leidet. Das ANV ist leicht erkennbar: Die ausbleibende Produktion von Urin gibt rasch den entscheidenden Hinweis. Andere Diagnoseverfahren sind Anamnese, das physische Untersuchen mit Abhorchen von Lunge und Herz sowie Laboruntersuchungen. Vor allem die harnpflichtigen Substanzen wie Harnstoff und Kreatinin werden im Blut ermittelt. Während der Urinuntersuchung sind zunächst Teststreifen hilfreich. Diese erfassen Eiweiße, weiße und rote Blutkörperchen, den Urin-pH-Wert, das auf einen Harnwegsinfekt hinweisende Nitrit, Gallenfarbstoffe, Ketonkörper und Glukose. Danach erfolgt im Labor das Untersuchen vom Urin. Als bildgebende Methoden werden ein Ultraschall, eine Farbdoppler-Sonografie von den Nieren sowie Röntgenbilder von dem Brustkorb mit Lunge und Herz gemacht. Bei einer entzündlichen Ursache folgt außerdem eine Nierenbiopsie. Während dieser Untersuchung wird beim endoskopischen Eingriff aus der Niere eine Gewebeprobe entnommen.

Therapie

Die Behandlung von akuter Niereninsuffizienz richtet sich insbesondere nach dem Auslöser. Hierzu zählt insbesondere, dass man den Flüssigkeitsmangel notfalls über Infusionen ausgleicht, den niedrigen Blutdruck eventuell medikamentös anhebt und die Schmerzmittel, Antibiotika, Röntgenkontrastmittel und andere Arzneimittel absetzt, oder umstellt, welche zu dieser Erkrankung geführt haben. Oder Urinabflussbehinderungen, wie etwa Tumore, vergrößerte Prostata, Harnröhren- oder Blasensteine operativ beseitigt. Bei akutem Nierenversagen kann der Arzt versuchen, die Ausscheidungsfunktion mithilfe von Medikamenten erneut anzuregen. Hierfür werden hauptsächlich Schleifendiuretika verabreicht. Alternativ kommen ebenso Entwässerungsmittel oder kaliumsparende Wirkstoffe infrage. Wenn es nicht gelingt, die Nierenfunktion mit Arzneimitteln anzuregen, muss der Zeitraum bis zu der eigenständigen Urinproduktion der Nieren mithilfe einer Dialyse überbrückt werden. In manchen Fällen genügt eine medikamentöse Behandlung und Dialyse keineswegs, um die Nierenfunktion erneut im ausreichenden Maß herzustellen beziehungsweise zu ersetzen. Hier kann dann eine Nierentransplantation nötig werden.

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